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befanden. Ein einziger Mann ſtand dort auf einem Bal⸗ kon. Er war von ſtarker Geſtalt und in Weiß geklei⸗ det. Ich konnte ſeine Züge wegen der Dunkelheit nicht unterſcheiden. Nina ſagte mir, ſie habe gehört, es ſei Schamyl ſelbſt. Darauf führte man uns in einen zweiten Hof, den eine bedeckte Gallerie auf allen Seiten um⸗ ſchloß. Eine Menge Frauen umringten uns und halfen
uns von den Pferden ſteigen. Nachdem wir in ein Zim-
mer getreten, wollte man uns entkleiden. Aber wir leg- ten nur unſere Schleier ab, und als die Frauen bemerk⸗ ten, wie einfach und mangelhaft unſer Anzug ſelbſt nach ihren Begriffen ſei, ſchienen ſie ſich höchlich zu ver⸗ wundern.
Ein junges Mädchen von anziehender Miene, wel⸗ chem die Dienerinnen viele Rückſicht erwieſen, kam in unſer Zimmer und betrachtete uns. Es war eine Toch⸗ ter Schamhl's, dreizehn Jahre alt. Gleich darauf erſchie⸗ nen auch die drei Frauen Schamyl's. Die erſte, Zai⸗ dete, mager, mit nichtsſagendem Geſicht, ſchwarzen Au⸗ gen, dünnen Lippen und langer, gebogener Raſe, aber von zierlicher, beweglicher Geſtalt, war, wie ich hörte,
die Tochter eines der einflußreichſten Untergebenen Scha⸗
myl's; ihr Sohn hieß Diemmal⸗Eddin und befand ſich damals in ruſſiſcher Gefangenſchaft. Die zweite Frau hieß Chuanette, eine geborene Armenierin, ungefähr drei⸗


