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der und den Major, der ſo eben angekommen war. Sie begrüßte ihn kälter als gewöhnlich. Es war ihr eigen⸗ thümlich, als ſie ihn ſah. Sie glaubte, ſie würde auch ihn haſſen können, tödtlich haſſen, wenn ſie wüßte, daß ſie von ihm betrogen worden, daß ſeine Worte nur leere Schmeicheleien geweſen. Der Major bemerkte ihre Kälte und ſchien verlegen. Sophia fragte nach Nina die ſie auf ihrem gewöhnlichen Platze vermißte.
„Meine Frau läßt ſich entſchuldigen“, ſagte Brazow. „Ich weiß nicht, was ihr iſt. Sie war den Nachmittag über ſehr unruhig und aufgeregt und will, wie ſie mir ſagte, früh zu Bett gehen. Ich denke, es iſt nur ein leichtes Unwohl⸗ ſein, die Folge einer Erkältung. Doch ſenden Sie mir mor⸗ gen den Arzt aus Kureli, Major, ich bitte Sie darum“
Die Unterhaltung wandte ſich dann ſogleich den Ereigniſſen der letzten Tage zu. Der Major erzählte faſt allein. Sophia war ſtill, ihr Bruder nachdenklich. Daß die nächſten Tage, oder jedenfalls die nächſten Wochen die Nachricht von heftigen Kämpfen auf allen Seiten bringen würden, unterlag keinem Zweifel. Michael tadelte es, daß man die Feſtungen an der Küſte des Schwarzen Meeres ohne Kampf aufgegeben; er meinte, das würde die Bergvölker zu einem Angriff ermuthigen. Paul Om⸗ brazowitſch vertheidigte die Maßregel des Commandi⸗ renden, der ſehr gut wiſſe, daß die leichtgebauten Feſtun


