Teil eines Werkes 
2. Band (1866)
Entstehung
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Du ihn zurückwieſeſt, ihn nichts an uns feſſeln, nichts ihm Rückſichten auferlegen werde. Ich hatte Mühe, ru⸗ hig zu bleiben, denn es dämmerte auch in mir die Ah⸗ nung auf, daß er jung ſei und daß er ſeinen Vater und ſeine Ahnen nicht vergeſſen. Er iſt im Stande, wenn Du Dich hartnäckig zeigſt, eine traurige Thor⸗ heit zu begehen, die ihn verderben, und mich, vergiß das nicht! arg compromittiren würde. Sei vernünftig, liebe Schweſter! Du haſt ja ſelbſt geſagt, Du ſeieſt ihm nicht abgeneigt. Nimm ſeine Bewerbung an; dann kannſt Du wenigſtens überzeugt ſein, daß Dein zukünftiger Gatte Dich liebt. Und wie wenige Frauen können das von ihren Gatten behaupten! Oder willſt Du darauf ſchwören, der Major liebe Dich aufrichtiger? Du haſt Zeit bis morgen früh. Und lehnſt Du ab, liebe Schweſter, dann nenne wenigſtens um Deinet⸗ und meinetwillen Gründe, die eine Ableh⸗ nung erklärlich und vernünftig machen!

Er drückte ihr die Hand. Sophia ſtand eine Zeit lang ſchweigend.

Gut! ſagte ſie dann.Morgen früh um neun Uhr ſollſt Du meine Antwort haben!

Und ſie verließ das Zimmer, noch immer bleicher als ſonſt und mit einem Ausdruck, den Michael, der ihr ernſt nachſchaute, nicht zu enträthſeln vermochte.