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ſagte ein Mann mit einem rothen, breiten Geſicht, gelb⸗ lichweißem Backenbart und im engliſchen Matroſenanzuge
zu einem jungen Manne mit dem er auf einem Bret
vor der Thür der niedrigen Kajüte ſaß.
„Ja, Johnny, ſchönes Wetter!“ antwortete der junge Mann in engliſcher Sprache, und ſein gedanken⸗ volles Geſicht zeigte, daß er kaum wußte, was der An⸗
dere geſprochen. Dann aber richtete er ſich ein wenig
auf, blickte um ſich und rief einen Bootsmann, der auf das Segel achtete, auf Türkiſch an:
„Wir müſſen doch bald dort ſein? Lugt Ihr auch tüchtig aus? Könnt Ihr das Ufer erkennen?“
„Noch eine halbe Stunde, wenn's gut geht, Herr!“ antwortete der Türke.„Es iſt ſchlechtes Wetter!“
Der junge Mann hüllte ſich feſter in die dichte
Decke von dunklem Wollenſtoff, die ihn vor dem Regen und vor der Kälte ſchützte— denn es war der letzte Novembertag— ließ ſeinen Blick über das ſchäumende Meer gleiten und verſank wieder in ſein unruhiges Nach⸗ denken. Er ſah bleich aus, und die dunkle Decke, die er bis hoch hinauf gezogen, ſowie die fesartige Kopfbe⸗ deckung, die jedoch dunkelbraun, nicht roth war, hoben dieſe Bläſſe noch mehr hervor. Daß er kein Engländer ſei, ließ ſich auf den erſten Blick erkennen, obwohl er mit dem Matroſen engliſch geſprochen. Die Bläſſe ſeines


