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Der Profeſſor drängte ſich an ſeinen Schüler, und in ſeiner Freude verlor er die Brille, die er von den Augen warf, als er Randau heftig an's Kleid faßte und ſchüttelte. Wer hat nun geſiegt, ſchrie er, die Pflichten oder die Neigungen? Das bloße alberne Gewiſſen, die von ihm gebotene Reue oder der ſittliche Wille?!
Ol fort mit allen Abſtractionen, rief Randau, in⸗ dem er die beglückte Frau in ſeine Arme ſchloß. Dieſe hat geſiegt! Ihr Bild lebte tief in meiner Bruſt, und als die rechte Stunde gekommen war, durchbrach es alle Nebel und Geſpinnſte. In wahrer Liebe lebt die höchſte Sittlichkeit.
In Frohſinn verging der Tag, bis am Abend Randau, Marie und der alte Herr in den Wagen ſtiegen, der ſie auf die nächſte Poſtſtation führen ſollte, von wo aus ſie in die Reſidenz zurückkehrten. Die Vorbereitungen dazu waren in aller Eile getroffen wor⸗ den. Dem Verwalter wurde die Nachſendung alles Benöthigten übertragen. Der Gutsherr war entſchloſſen, eine Zeit lang in der Hauptſtadt zu verweilen, dann aber eine Reiſe anzutreten, und bei der Rückkehr mit friſcher
Kraft ſich in die Bewegung des Lebens zu werfen, um
zu nützen und zu fördern, ſo viel er vermöge. Marie


