Teil eines Werkes 
4 (1857) Gefangen und befreit : Roman / von Theodor Mügge
Entstehung
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Das fällt mir auch gar nicht ein, lachte der alte Herr. Zeigen Sie ihm Ihren Willen; laſſen Sie ſich nicht von der Reiſe abhalten. Eine Reiſe, eine Ent⸗ fernung iſt eine vortreffliche Erfindung, um in unzu⸗ friedenen Eheherren die Liebesſehnſucht wieder anzublaſen. Aber wer kommt da Fremdes, fuhr er fort und blickte durch's Fenſter. Da iſt er ja.

Guſtav! ſagte ſie, ſich zitternd an einen Stuhl hal⸗ tend. Mein Gott! gieb mir Stärke. In dieſem Augen⸗ blick trat Randau herein und blieb an der Schwelle ſtehen. Er war blaß und, wie es ſchien, ſehr ermüdet, aber ein freundliches Lächeln erhellte ſein Geſicht. Was geht hier vor? fragte er, verwundert umherblickend.

Denke Dir, begann der Profeſſor, Deine Frau hat ſich vorgenommen, keinen Tag länger in dieſer ver⸗ wünſchten Einſamkeit zu bleiben. Sie will fort.

Iſt das Dein Wille, meine liebe Marie? ſagte Randau ſanft, indem er ihre Stirn küßte.

Sie nickte ihm zu, ohne zu ſprechen, dann deutete ſie mit dem Finger auf die kleinen Koffer und ſagte leiſe und mit Anſtrengung: Weniges iſt darin, was

mein iſt, dies und hier dieſer kleine welke Strauß, drei

Blnmen, Guſtav, die Du mir am Hochzeitsmorgen gabſt,

ſie ſollen mich begleiten. 8

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