Teil eines Werkes 
4 (1857) Gefangen und befreit : Roman / von Theodor Mügge
Entstehung
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Am nächſten Morgen war Marie geſchäftig einige Kiſten und Kaſten mit Kleidern, Wäſche und was ihr beſcheidenes Eigenthum war, zu füllen, als der Proſeſſor ſie bei dieſer Arbeit überraſchte.

Was iſt denn das, ſagte er, erſtaunt ſich um⸗ ſchauend. Es ſieht ja aus, als wollten Sie eine Reiſe machen.

Das will ich auch, verſetzte ſie mit Ruhe, ich will in die Stadt zurückkehren.

Und Guſtav? fragte der alte Herr.

Ich kann nicht ſagen, was aus ihm geworden ſein mag. Er iſt nicht nach Haus gekommen, vielleicht hat er bei einem Nachbar Obdach gefunden.

Und das berichten Sie ſo gelaſſen! rief Sydow er⸗ ſtaunt. Das freut mich; ſo iſt es recht. Fort mit aller Empfindelei und ſelbſt mit der wahren Empfindung für jetzt, wenn es beſſer werden ſoll. Dieſe Nacht ſcheint Sie zur Erkenntniß geführt zu haben.

So iſt es wirllich, antwortete die junge Frau, ihre Bewegung unterdrückend; ich weiß jetzt beſtimmt, was ich thun muß, und bitte Sie, mich nicht daran zu

hindern.

Th. Mügge, Romane IV. 12