Teil eines Werkes 
4 (1857) Gefangen und befreit : Roman / von Theodor Mügge
Entstehung
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und der flüſternde Ton ſeiner Stimme wiederhallte in Mariens Bruſt.

Die beiden leuchtenden Geſtalten ſtanden regungslos

vor ihr. Plötzlich richtete Aurelie ſich auf und ſagte leidenſchaftlich bewegt: Wähle, Guſtav, zwiſchen mir und ihr, laß uns nach langer qualvoller Verdammniß zur Erlöſung gelangen. Was hilft es, ſich zu kreuzigen, wenn der Opfertod weder hier noch dort Verſöhnung bringt? Wähle, hier bin ich und an Deinem Herzen

höre meine Schwüre ewiger Liebe. Du liebſt mich, Du

kannſt es nicht läugnen. Ich leſe es in jedem Deiner Blicke, daß Du unglücklich und elend biſt. Dein Wahn hat Dich dazu gemacht, auch ich bin es geweſen, und ich wäre verzweifelt, wenn die Hoffnung auf Dich, auf eine endliche Vereinigung mit Dir, mich nicht aufrecht gehalten hätte.

Aurelie! rief Randau. Großer Gott! welche Be⸗ kenntniſſe.

Du mußt es wiſſen, fuhr ſie fort, denn alle Schranken müſſen fallen. So wiſſe denn, daß von dem Tage an, wo ich Dich in ihren Armen ſah, nur ein einziger Ge⸗ danke mich beherrſchte, der Gedanke, Dich empfinden zu

laſſen, was Du verloren, bis die Stunde ſchlüge, wo

das Bewußtſein Deines Unglücks über Dich gekommen