Teil eines Werkes 
4 (1857) Gefangen und befreit : Roman / von Theodor Mügge
Entstehung
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Du biſt ganz blaß davon geworden, erwiderte der Fremde lächelnd.

Ich könnte es werden, ſagte der Freiherr, denn Du trittſt wie ein Geſpenſt in unſere Mitte. Seit einem Jahre faſt haben wir nichts von Dir gehört. Bald ſollteſt Du in Paris ſein, bald in Wien, oder am Rhein.

Und nun bin ich plötzlich in dem Urſitze aller Ver⸗ ſtändigkeit, Weisheit, Frömmigkeit und Tugend, rief der junge Mann mit einem ſpöttiſchen Zucken ſeiner Lippen. Er warf den Hut auf den Tiſch und ſah erſtaunt auf Polenz. Wie ſiehſt Du denn aus, fuhr er fort. Welche Uniform trägſt Du da?

Ich bin nicht mehr Soldat; ich habe ein Gut ge⸗ kauft.

Du haſt ein Gut gekauft!

Ja, dies iſt die Uniform der Landſtände. uniform der Landſtände! So iſt heut ein großes Feſt?

Ein Ball, ſagte Herr von Polenz.

Du warſt immer ein flotter Tänzer.

Die Zeiten ſind vorbei, Guſtnv, und aufrichtig ich bliebe gern zu Haus. Er machte ein ſo ernſtes

mißbilligendes Geſicht, daß der Freund laut lachte.