, ſagte
157 Armen erhebend und ihn betrachtend. Zetzt zum erſten Male lügſt du!
Ich lüge nicht. Seit einem Jahre ſühre ich dieſes Doppelleben, laß mich mein Bekenntniß vollenden und kurz ſein. Ich ſaß in meiner einſamen Klauſe und quälte mich mit Studien und Gedanken, während rund um mich die Welt ihren bunten, wirren Lauf ging, unbekümmert um mein heißes Verlangen, ein Staubkorn darin zu ändern. Der Zufall machte mich mit einem Manne bekannt, der die Menſchen nur nach der Fähig⸗ keit ſchätzte, Gold zu gewinnen, um Genüſſe zu er⸗ kaufen. Seine Gedanken und ſein Treiben flößten mir Verachtung und Ekel ein; dennoch aber hatte das, was er ſagte und behauptete, Reiz für mich, und ſeine Philo⸗ ſophie einen Keim von Wahrheit, der, wie mir es ſchien, richtig angewandt eben ſo viel Gutes verbreiten konnte, wie er Böſes hervorgebracht hat. Gewinne Gold, rief er mir zu, und du kannſt Alles! Was hilft deine Weisheit, was nützt deine tugendhafte Schwär⸗ merei, die man verlacht, weil es leere Worte ſind? Du rufſt dein Wehe über eine Welt, die du nicht kennſt, und reichſt denen, welchen du helfen willſt, einen Stein, ver niemals Brot wird! Werde reich, wenn du helfen willſt, und haſt du Muth, ſo komm, ich will dir den


