Teil eines Werkes 
9.-13. Bdchn (1850)
Entstehung
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Oh! ja, ja, rief Hoffmann.

Folgen Sie mir, ſprach die junge Frau.

Und mit dem ſteifen, automatiſchen Gang, der nichts gemein hatte mit der reizenden Geſchmeidigkeit, welche Hoffmann an der Tänzerin bewundert, ſchritt ſie ihm voran.

Es fiel dem jungen Mann nicht ein, ihr den Arm anzubieten; er folgte Arſene.

Arſene ging durch die Rue Royale, die damals Rue de la Revolution hieß, wandte ſich rechts in die Rue Saint⸗Honoré, welche man kurzweg Rue Honoré nannte, blieb vor der Fagade eines prächtigen Hotel ſtehen und klopfte an.

Die Thüre wurde alsbald geöffnet.

Der Concierge ſchaute Arſene ganz erſtaunt an.

Sprechen Sie, ſagte ſie zu dem jungen Mann, oder ſie laſſen mich nicht ein, und ich werde genöthigt ſein, mich wieder auf die Treppe der Guillotine zu ſetzen.

Mein Freund, ſagte Hoffmann raſch, indem er zwiſchen die junge Frau und den Concierge trat,Ae ich durch die Champs⸗Elyſées ging, hötte ich um Hülfe rufen; ich lief zu rechter Zeit hinzu, um es zu verh dern, daß Madame ermordet wurde, kam aber zu ſpöt, um ihre Beraubung zu verhindern. Geben Sie mir geſchwinde Ihr beſtes Zimmer, laſſen Sie ein großes Feuer anzünden und beſtellen Sie ein gutes Abendbrod. Hier iſt ein Louis d'or für Sie.

Und er warf einen Louis d'or auf den Tiſch, auf welchem die Lampe ſtand, deren Strahlen ſich insge⸗ ſammt auf dem funkelnden Antlitz von Ludwig XV. zu concentriren ſchienen.

Ein Louis d'or war eine große Summe zu jener Zeit; er repräſentirte 925 Fr. in Aſſignaten.

Der Concierge nahm ſeine fettige Mütze ab und läutete. Ein Kellner lief auf das Klingeln des Con⸗ cierge herbei.