Teil eines Werkes 
9.-13. Bdchn (1850)
Entstehung
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Geſchwinde! geſchwinde! ein Zimmer! das ſchönſte des Hauſes für den Herrn und die Dame!

Für den Herrn und die Dame? verſetzte erſtaunt der Kellner, indem er abwechſelnd ſeinen Blick von der mehr als einfachen Tracht von Hoffmann auf die mehr als leichte Kleidung von Arſene übergehen ließ

Ja, ſagte Hoffmann,das ſchonſte, das beſte; beſonders ſoll es gut erwärmt und gut erleuchtet ſein; hier iſt ein Louis d'or für Sie.

Der Kellner ſchien demſelben Einfluß zu unterlie⸗ gen, wie der Concierge; er bückte ſich vor dem Louis d'or, deutete auf eine große, wegen der vorgerückten Stunde der Nacht nur halb beleuchtete Treppe⸗ auf der jedoch in einem für jene Zeit außerordentlichen Lurus ein Teppich ausgebreitet war, und ſagte:

Gehen Sie hinauf und warten Sie vor der Thüre von Nummer 3.

Dann verſchwand er in aller Eile.

5 Bei der erſten Stufe der Treppe blieb Arſene

ſtehen.

F Es machte, wie es ſchien, der leichten Sylphide

ue unüberwindliche Schwierigkeit, den Fuß aufzu⸗ eben.

Es war, als hätte ihr Atlasſchuh Sohlen von ei.

Hoffmann bot ihr den Arm.

Arſene ſtützte ihre Hand auf den Arm, den ihr der junge Munn reichte, und obgleich er den Druck der Fauſt der Tänzerin nicht fühlte, fühlte er doch die Kälte, die ſich von dieſem Körper dem ſeinigen mittheilte.

Dann ſtieg Arſene mit einer gewaltigen Anſtren⸗ gung die erſte Stufe und nach und nach die anderen hinauf; aber jede Stufe entriß ihr einen Seufzer.

Oh! arme Frau, wie haben Sie leiden müſſen! flüſterte Hoffmann.

Ja, ja, erwiederte Arſene,ſehr... Ich habe ſehr gelitten.

Tanſend und ein Geſpenſt. M. 22