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Sie kamen vor die Thüre von Numero 3.
Doch beinahe zugleich mit ihnen kam auch der Kellner, der eine Gluthpfanne hrachte; er öffnete die Zimmerthüre, und in einem Augenblick entflammte ſich der Kamin, waren die Kerzen angezündet.
„Sie müſſen Hunger haben?“ fragte Hoffmann.
„Ich weiß nicht,“ antwortete Arſene.
„Das beſte Abendbrod, das man uns geben kann, Kellner,“ ſagte Hoffmann.
„Mein Herr,“ bemerkte der Kellner,„man ſagt nicht mehr Kellner, ſondern Willfähriger. Uebrigens bezahlt der Herr ſo gut, daß er ſac« kann, wie er will.“ Entzückt über ſeinen We, ging er weg, nachdem er zuvor noch beigefüat:
„In fünf Minuren das Abendbrod.“
Als die Thöre hinter dem Willfährigen wieer ge⸗ ſchloſſen war, aute Hoffmann gierig nach Arſene.
Sie hatte ſich ſo ſehr beeilt, in die Nähe des Feuers zu kommen, daß ſie ſich nicht einmal Zeit gelaſſen, einen Stuhl zum Kamin zu ziehen; ſie war nur an die Ecke des Herdes in derſelben Stellung gekauert, wie ſie Hoffmann vor der Guiſotine gefunden, und hier, mit den Ellenbogen auf ihren Knieen, ſchien ſie bemüht, ihren Kopf mit ihren beiden Händen gerade auf ihren Schultern zu halten.
„Arſene! Arſene!“ ſprach der junge Mann,„nicht wahr, ich habe Dir geſagt, ich ſei reich? Schau', und Du wirſt ſehen, daß ich Dich nicht belogen habe.“
Hoffmann fing an ſeinen Hut auf den Tiſch um⸗ zukehren; ſein Hut war voll von Louis d'or und dop⸗ velten Louis d'or, und ſie rieſelten aus dem Hut auf den Marmor mit jenem Geräuſch des Goldes, das ſo merkwürdig und unter allen Geräuſchen ſo leicht zu unterſcheiden.
Dann, nach dem Hut, leerte er ſeine Taſchen, und


