Teil eines Werkes 
2. Band (1820) Leben und Dichtung in Erzählungen / von Friederike Lohmann
Entstehung
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aun freilich die Wirthſchaft ſehr ſpaͤrlich an, und das Leben der jungen Leute war reich an Arbeit und Muͤhe, ohne ſonder⸗ lichen Gewinn. Doch ſie blieben mu⸗ thig, freuten ſich doppelt der guten Stun⸗ den, trugen die Sorgen gemeinſam man⸗ ches Jahr, und zaͤhlten am Ende nur die guten Tage!

Es geſchah aber, daß Elsbeth eines Abends, mit ihrem Kinde im Arm, aufs Feld ging, und weil der Kleine Nahrung verlangte, ſich dicht bei der Zwergen⸗ hoͤhle niederſette. Wie ſie nun ſo da ſaß, die wachſenden Beduͤrfniſſe des Kin⸗ des bedachte, und ſorgenvoll den Beſtand ihres Vermoͤgens damit verglich, war es ihr, als hoͤre ſie ſich leiſe rufen. Sie erſchrack und blickte um, aber es war nichts zu ſehen, doch eine wohlbekannte Stimme redete ihr zu, neben den Ro⸗ ſenbuſch einzugraben, und das Meſſer⸗ chen als Geſchenk fuͤr ihr Kind, wieder zu ſich zu nehmen. Was dabei in ihrem Herzen vorging, iſt nicht kund geworden, genug, daß eine ziemliche Zeit verfloß⸗