Teil eines Werkes 
2. Band (1820) Leben und Dichtung in Erzählungen / von Friederike Lohmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

308

kein Laut ließ ſich hoͤren. Willſt Du

mir Deinen Anblick nicht goͤnnen, ſprach das Maͤdchen weiter, ſo mag die Wun⸗ dergabe, die mir nichts mehr nuͤtzt, hier

in der gruͤnen Erde ſchlummern, wo Du

ſie wohl zu finden wiſſen wirſt. Nimm ſie zu Dir, daß mich nicht einſt mein eitles Herz verleiten moͤge, ſie wieder her⸗ vor zu ziehen.

Damit machte Elsbeth ein kleines Loch am Fuße des Roſenſtrauchs, und ließ das ſchlanke Meſſerchen froͤhlich hin⸗ einſchluͤpfen..

Ddie Hochzeit ward nun gefeiert, kein prunkvolles Feſt, aber ein heiliger Feier⸗ tag gluͤcklicher Herzen. Als man aber den Schatz der jungen Frau hervorſuchen wollte, um ihn verabredetermaaßen zu verwenden, ſiehe, da war er verſchwun⸗ den. Frau Lieſe durchwuͤhlte umſonſt ihre wohlverſchloſſenen Koffer, kein Beutel war zu finden, und Elsbeth erkannte die Tuͤcke des Zwerges, der ihrem Conrad nichts von ſeiner Gabe goͤnnen wollte. Da fing