Seele? aber Geduld, ſchon morgen ſoll mein Meſſerchen dieſem Uebel abhelfen, und manches Moͤhrenſchnittchen in Dein Haus wandern.
An Elsbeth lag es nicht, daß dieſer fromme Vorſatz dem bedraͤngten Paare nicht nuͤtzte. Sie ſchnitt wohl oft fuͤr ſie, das
blankſte Gold, wußte es auch heimlich ge
nug bei kleinen Abendbeſuchen in der Gaſt⸗ wirthin Koͤrbchen, oder in des alten Cas⸗ pars Taſche zu ſchieben. Aber wie erſchrack ſie, als ſie einsmals nach ſo einer Gabe, am Morgen, eine Menge welker Moͤhren⸗
ſcheiben unter den Ulmen verſtreut fand, unnd
den Wirth ſchelten hoͤrte: daß ein unberuf⸗ ner Spaßmacher, bald ihm, bald ſeinem Weibe, ſolch unnuͤtzes Zeug zuzuſtecken wuͤßte.
Der Herbſt ruͤckte naͤher. Die Abende wurden lang und kuͤhl, und wie die Sonne von den Haͤuptern der Berge gruͤßend Ab⸗ ſchied nahm, lagerte ſich dichter Rebel uͤber das enge Thal. An einem ſolchen Abende ſchickte Lieſe ihre Tochter hinaus, Moͤhren
zu holen, die ſie fuͤr den kuͤnftigen Mittag


