281
—
Auf der Bank unter den Ulmen ſaß Cas⸗
par mit ſeiner Frau, und rief die drei Wan⸗
derer zu ſich heran. Er bewunderte die bei⸗ den Kuͤhe, die den Zug beſchloſſen, unver⸗ kennbar waren Neid und haͤmiſche Neube⸗ gier in ſeinem Ton zu bemerken, waͤhrend Brigitte ſtill ſeufzend den Erzaͤhlungen der Nachbarin zuhoͤrte, die ihr Gluͤck nicht ge⸗ nug ruͤhmen konnte. Elsbeth ſtand ſtill da⸗ neben. Ihr ſielen die bleichen Geſichter der lange nicht Geſehenen ſchmerzlich aufs Herz; das muͤhſam unterſtuͤtzte Haus, die Aerm⸗ lichkeit in der Tracht der Bewohner— ſie
haͤtte ihr gutes Kleid ſo gern verhuͤllen, den
beginnenden Wohlſtand der Eltern verbergen moͤgen, und zuͤrnte aͤber der Mutter Red⸗ ſeligkeit. Der redliche Conrad nahm in die⸗ ſem Augenblick ihr ganzes Herz ein, und
veerdraͤngte alles Neue daraus, was heute
ſo tiefen Eindruck auf ſie gemacht hatte. Sie ließ die Eltern heim gehen, und erſtieg die Bergſpitze, wo ſie ihn zum Letztenmale ge⸗ ſehen hatte. Da ſtanden die Sterne glaͤn⸗ zend hell, wie Boten ſeiner treuen Liebe, und ſchienen ſie an ihr Verſprechen zu mah⸗ nen. Gott! ſagte ſie, ich bin ſo gluͤcklich⸗ und Deine Eltern darben, Du gute treue


