unterhaltend, maͤßig im Trunke, und ehrer⸗ bietig gegen die Frauen, auch recht kindlich geſinnt gegen eine abweſende Mutter, von der er oft mit Ruͤhrung ſprach, und vor al⸗ len kein Veraͤchter Gottes und ſeines Worts. O! wie ſtill entzuͤckt ſaß ich neben der Tante, wenn ſie Abends vor dem Schlafengehen, dieſe Tugenden herzaͤhlte. Alle hatte ich ſchon bemerkt, und mir oftmals wiederholt, aber es iſt doch noch ſuͤßer, ſo etwas aus frem⸗ dem Munde zu hoͤren. Ich haͤtte der Tante um den Hals fallen moͤgen fuͤr ihre verſtaͤn⸗ dige Schaͤtzung ſeiner Verdienſte; aber ich
ſtimmte nicht ein, und warf wohl eher einen
Zweifel auf, um das angenehme Geſpraͤch zu verlaͤngern.
Endlich kam der Augenblick des Abſchie⸗ des, an den ich noch nie recht ernſtlich ge⸗ dacht hatte. Da er ihn uns bei der Abend⸗ mahlzeit ankuͤndigte, fuͤhlte ich erſt, wie es um mein Herz ſtand, und der große Suppen⸗ loͤffel, mit welchem ich eben vorlegte, zitterte ſo ſehr in meiner Hand, daß ich einen maͤch⸗ tigen Fleck auf das Tiſchtuch machte. Be⸗ ſchaͤmt ſah ich vor mich nieder, und wie ich ihm nachher die Suppe reichte, blickte er


