Teil eines Werkes 
2. Band (1820) Leben und Dichtung in Erzählungen / von Friederike Lohmann
Entstehung
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chen Genuß, und wenn ich aus meinem Fen⸗ ſter, das einen Theil der Straße uͤberſah, ei⸗

nen hochbepackten Meßwagen erblickte, gab

ich ihm gewiß einen ſtillen Seufzer mit.

Ich hatte mein ſiebenzehntes Jahr erreicht, als der fuͤr Sachſen ſo folgenreiche ſiebenjaͤh⸗ rige Krieg begann. Da gab es nun andere und ernſtere Sorgen. Die aͤngſtliche Tante ward halb krank vor Bangigkeit und quaͤlte mich mit ſchrecklichen Erzaͤhlungen von den Gefahren, die uns bedrohten. Anfangs nahm ich es nicht ſo ſehr zu Herzen, aber als nun alle Straßen ſich mit Militaͤr bedeck⸗ ten, die Feinde das Land uͤberſchwemmten, und auch unſer Dorf, ja unſer Haus mit fremden Kriegern angefuͤllt war, da ward mir ſehr bange, und ich weinte verborgene Thraͤnen am Krankenbette der Tante. Die Politik verdraͤngte jetzt faſt alle geiſtliche Lek⸗ tuͤre, ich mußte nun Zeitungen voyleſen, und unſer Herr Pfarrer brachte taͤglich neue Nach⸗ richten. Alles nahm Theil an den Welt⸗ haͤndeln, ſelbſt unſere alte Magd urtheilte uͤber Friedrich den Großen, und ließ oft die Haͤnde am Spinnrocken ſinken, mit dem ſie Abends in einer offnen Nebenſtube ſaß, wenn ich von ſeinen Thaten zu leſen anſfing.