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Einladung nach Leipzig, zu einer Hochzeit erſchien, die ich mit lautem Herzklopfen an⸗ hoͤrte, und die Tante hoͤflich ablehnte, da weinte ich einen halben Tag und ſchalt recht ernſtlich auf die Grillen des Alters, die mir ganz unbegreiflich und grauſam ſchienen. Genug, mein einfoͤrmiges Leben ward durch nichts geaͤndert. Nur einmal im Jahre fuhr die Tante in die Stadt, zur Oſtermeſſe, und dieſer Tag war ſchon lange vorher ein ſon⸗ nenheller Punkt in meiner Einbildungskraft. Wir ſtiegen dann bey einem Kaufmann, Na⸗ mens Werner ab, der mit dem ſeligen Onkel lange bekannt war, und ich durfte mit der Tochter des Hauſes, deren Hochzeit ich ver⸗ ſaͤumen mußte, in Geſellſchaft ihres Mannes und Bruders, unſern Einkauf beſorgen, wil⸗ de Thiere, Rieſen und Wachsfiguren beſehen, in einem Garten Kaffee trinken, wo es von Menſchen wimmelte, auch wohl Abends ins Theater gehen. Das waren herrliche Erin⸗ nerungen fuͤr unſere Einſamkeit. Sie erhei⸗ terten mir den Sommer, der uͤberhaupt freundlicher fuͤr mich hinging, und wo auch einmal die Familie aus der Stadt unſern Be⸗ ſuch erwiederte. Aber um ſo ſehnlicher wuͤnſchte ich in der Herbſtmeſſe einen aͤhnli⸗


