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3 die Flaͤche aͤngſtigte mich, ich konnte mich nicht an ſie gewoͤhnen. Zudem gingen die Fenſter unſerer großen Unterſtube in einen weiten Garten, der zur Winterszeit, als ich
zur Tante kam, nur einen traurigen Anblick
bot. Da war keine Spur von Leben, alles wie geſtorben, und es konnte mich wahrhaft entzuͤcken, wenn ein hungriger Sperling an mein Fenſter pickte. Die Wirthſchaft be⸗ ſorgte ein Pachter, unſern Haushalt eine alte Magd und ein Bedienter. So hatte ich nur wenig zu thun, und war immer an eine muͤh⸗ ſame Naͤtherei gefeſſelt, die mich die Tante lehrte, und die Ihr Kinder wohl noch oft an den hochgeſtickten Roͤcken und Bettdecken der Großmama bewundert. Wenn es Abend ward, ſchloſſen ſich die Laͤden, die Tante nahm auf dem Lehnſtuhl am Ofen Platz und ich mußte ihr aus geiſtlichen Schriften vorle⸗ ſen. Da ſielen mir denn wohl manchmal die Augen zu, ich freute mich, wenn mein ein⸗
toͤniges Gemurmel die Tante einwiegte, und
ich mich auf mein Stuͤbchen ſchleichen durfte, wo ich wenigſtens Mond und Sterne aus den unverſchloßnen Fenſtern ſah. Wie die Ju⸗
gend nun iſt; ich glaubte damals recht un⸗
gluͤcklich zu ſeyn, und als endlich einmal eine


