Teil eines Werkes 
2. Band (1820) Leben und Dichtung in Erzählungen / von Friederike Lohmann
Entstehung
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ihnen weilen; aber ich werde fortleben in ih⸗

rem Gedaͤchtniß. Wenn meine Lehren ihnen haͤuslichen Segen bringen, der mehr werth iſt, als Glanz vor der Welt, moͤgen ſie mei⸗ ner freundlich gedenken, und einen Blick der Liebe auf den Huͤgel werfen, unter dem ich vielleicht bald ſchlafe. Findeſt du aber, mein Lottchen, dann dieſe Schrift, in welcher ich mit der Geſchwaͤtzigkeit, die man einer Ur⸗ großmutter verzeihen muß, mir das Halb⸗ vergeſſene wieder hervor rief, ſo wiſſe, daß ich auch fuͤr dich ſchrieb, um dir ein Denk⸗ mal meiner Liebe zu hinterlaſſen.

Meine Vaterſtadt war die ſaͤchſiſche Re⸗ ſidenz, das ſchoͤne freundliche Dresden. Meine Eltern ſtarben kurz nach einander, da ich 14 Jahr alt war, und ich ſiel der Sorge einer Tante anheim, die in der Leipziger Ge⸗ gend ein bedeutendes Landgut beſaß. Die Tante war alt und lebte ſehr eingezogen. Ich vermißte bald nicht nur das heitere ge⸗ ſellige Leben, das mich im elterlichen Hauſe begluͤckte, die Jugendfreundinnen, die klei⸗ nen Taͤnze und Spiele, ſondern mehr noch die reizende Natur, in der ich aufgewachſen war. Ich ſehnte mich nach den Rebenhuͤ⸗ geln, nach dem majeſtaͤtiſchen blauen Strome,