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tenegro's,„hat zu viel Pulverqualm einathmen müſſen, und ſehnt ſich daher nach einem ſüdlichen warmen Klima; hier in dieſem ſtei⸗ nernen Gebäude aber weht eine rauhe, unfreundliche, nordiſche Luft!“
Die Bewohner Cſernagora's, beſchämt und gedemüthigt, dran⸗ gen nicht länger in den Abenteurer mit gaſtfreundlichen Bitten.
Es gibt zudem in Cetinje eine Locanda, die ſo anſehnlich, ordentlich und nett iſt, wie nur ſonſt irgend eine in Dalmatien, und außerdem befaßt ſich auch wohl ein ehemaliger öſterreichiſcher Unter⸗ offizier, der ſich nach dieſem Orte zurückgezogen hat und hier mit einer deutſch ſprechenden Frau ein ſehr zierliches Häuschen bewohnt, in dem er einen Kramladen errichtet hat, mit der Aufnahme und Bewirthung von Fremden. Die Reiſenden vertheilten ſich in beide Häuſer und waren hier ſo gut aufgehoben wie ſonſt nicht immer in den weſtlichen Küſtenländern der Adria.
Feierlichkeit folgte auf Feierlichkeit in den nächſten drei Tagen.
Prachtvoll ward das Oſterfeſt begangen, auf griechiſch der Tag des Lichtes, nämlich Lampri genannt. Es begann in dem Augen⸗ blick, als der Prieſter aus der Cella herausrief:
„Christos anesti!“— Chriſtus iſt erſtanden!—
„Vo istinu voskres!«— Er iſt in Wahrheit erſtanden!— antwortete die Menge.
Die Vorübergehenden reichten ſich während der Begegnung Oſtereier hin, und ſtießen gegenſeitig mit denſelben an; das zerbro⸗ chene Ei gehörte dem, welcher es zerſchlagen hatte, auch betrachtete er dieſen Umſtand als ein günſtiges Vorzeichen langer Dauer ſeines Lebens. Wir bemerken hier, daß ſich dieſer griechiſche Gebrauch durch alle ſlaviſchen Länder bis nach Petersburg verbreitet hat. In Montenegro, Bosnien, Serbien und Bulgarien iſt gewöhnlich der häusliche Herd das Theater der Oſterfreuden, denn um dieſe Jah⸗ reszeit bietet die freie Natur, welche noch ihre letzten Kämpfe gegen die Nordwinde zu beſtehen hat, wenig Erfreuendes außer den war⸗ men vier Pfählen dar. In ſüdlichen Gegenden wird das Feſt in Zelten unter Gottes blauem Himmel gefeiert. Uebrigens hatten die Montenegriner wie ihre Nachbarn die Albaneſen auch dieſes Jahr ihre innern Fehden für die Dauer der heiligen Woche eingeſtellt; einen ſolchen Waffenſtillſtand pflegten auch die Ritter des Mittel⸗ alters jeden Sonntag zu beobachten. Dagegen gedachte der erbliche Haß ſchon morgen oder übermorgen, von Oſterſonntag nämlich ge⸗ rechnet, über den Gräbern der Vorfahren ſich von Neuem zu ver⸗


