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Der Montenegriner oder Christenleiden in der Türkei : Roman / von Heinrich Ritten von Levitschnigg
Entstehung
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Vorwort.

M an erzählt ſich ſo viel von den ſchweren Leiden der Chriſten im fernen Aſien in den Landen, die unter morgenländiſchem Deſpo⸗ tismus ſchmachten, und engliſche Miſſionäre berichten uns von Gräuelthaten, wie ſie kaum die amerikaniſchen Rohhäute, dieſe be⸗ rüchtigten Skalpjäger an ihren Kriegsgefangenen verübten. Was europäiſche Nächſtenliebe ſo lange verſäumte, ſcheinen die Nankee's nachholen zu wollen, und man ſpricht allgemein, wie die Schiffs⸗ kanonen derſelben beſtimmt ſeien, dem Zwingherrn von Japan im kommenden Frühjahre Menſchlichkeit und Duldung zu predigen. Die Schilderung dieſes ſeemäniſchen Kreuzzuges dürfte ihrer Zeit einen wahrhaft magnetiſchen Köder für die heißhungrige deutſche Leſewelt abgeben..

Wir aber möchten da mit Altmeiſter Göthe ausrufen: weßhalb in die Ferne ſchweifen, ſeht, das Schlimmere liegt ſo nahe! Wir meinen die unſäglichen Leiden, welche die chriſtliche Bevölkerung der Türkei ſeit Jahrhunderten heimſuchen. Namentlich gilt dies von den Schreckensdramen, welche islamitiſche Willkühr gegen die Giau⸗ ren oder die ungläubigen Hunde in Bosnien wie in der Herzoge⸗ wina ſeit grauer Zeit in die Scene zu ſetzen liebt, und ein Roman, welcher, mit authentiſchen Dokumenten belegt, ein treues Bild jener Zwangherrſchaft zu liefern verſuchte, dürfte daher beachtenswerth

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