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Geſchäft als die traurige Rolle eines ſchriftſtelleriſchen Klagewei⸗ bes, eines dichtenden Leichenbitters.
Doch zur Sache!
In Montenegro pflegt man ſich fabelhafte Dinge von einem außerordentlich mächtigen Waſſerfalle zu erzählen, der an der Grenze des ſchwarzen Berges gegen die Herzegowina zu liege, und der nicht nur der berühmteſte Katarakt dieſes Hochlandes ſei, ſondern auch Alles überbiete, was man in andern europäiſchen Reichen, den be⸗ rühmten Waſſerſturz bei Schaffhauſen in der Schweiz wie bei Trol⸗ hätta in Schweden nicht ausgenommen, von dergleichen Naturſchau⸗ ſpielen aufzuweiſen habe. Das Gewäſſer ſtürze aus einer Höhle oben vom Gebirge herab, und zwar im Frühlinge zur Zeit größerer Waſſerfülle in ſolcher Maſſe, daß dieſe Höhle einen wahren Strom von flüſſigem Silber von ſich zu ſpeien ſcheine. Es käme, behaupten die Schwarzgebirger oder Cſernagorazen, mehre hundert Klafter hoch herab, ja man könne es wohl zwanzig Meilen weit im Umkreiſe rauſchen hören, und wenn man nur auf die Gipfel höherer Berge ſteige, ſo müßte man es auch auf jeder dieſer Waſſerſcheiden ver⸗ nehmen. Auch gäbe es einen lebendigen Beleg. Trüge das Waſſer doch große Maſſen von Fiſchen aus jenem Gebirge herab, auch wäre es die Hauptquelle ihres größten Landesfluſſes, Cſernowize genannt.
Selbſt der verſtorbene Wladika lebte dieſem Glauben.
Er habe, erzählte er oft, einmal im Frühlinge in der Nähe dieſes Waſſerfalles auf blumigen Wieſen, zu denen der Katarakt herabſtürzt, mit den Seinigen bivouakirt. Es möchte ungefähr in der Entfernung einer Miglie von der Cascade ſelbſt geweſen ſein, allwo ſich jedoch das lärmende Rauſchen des Waſſerſturzes noch ſo rauſchend erwieſen, daß ſie nur mit Mühe ſich unter einander hätten verſtändlich machen können. Der Wladika meinte ferner, er habe auf ſeinen ziemlich umfangreichen Reiſen nie ſelbſt einen ſo majeſtäti⸗ ſchen Waſſerfall geſehen, noch auch von einem ähnlichen Katarakte in Europa gehört und geleſen. Er glaubte, daß es mehre Flüſſe der Herzegowina wären, die in der Nähe von Nikſchitz zuſammenliefen, alldort in unterirdiſche Höhlen und Gänge flutheten und dann auf ein Mal aus der öſtlichen Oeffnung dieſer natürlichen felſigen Ab⸗ züge in eines der tiefen Thäler von Montenegro hinabſtürzten. Auch wir müſſen uns an dieſen Waſſerfall verfügen.
Es war im Frühjahre 1844, als ſich eine kleine Karawane,


