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Natürlich, daß die Spahis der türkiſchen Reformen, die ihren Säckel ſchmälern mußten, ſtets abhold verblieben. Serajevo war ſtets der Sitz des adeligen Widerſtandes, wie des geheimen Stre⸗ bens nach Unabhängigkeit. Widaitſch, der Beſitzer der Herrſchaft Zwornik, weßhalb er auch den Titel Beg führte, ſtiftete ſchon vor Paswan Oglu's berüchtigten Tagen eine Art von ariſtokratiſcher Republik oder Oligarchie in Bosnien, und zog ſeinen chriſtlichen Unterthanen, den armen, vielgeplagten Bauern ſo zu ſagen das Fell über die Ohren. Seine Barbarei ward ſprichwörtlich. Endlich ſtand der Landmann Tſchaudſcha auf und vertrieb Widaitſch aus allen ſeinen Schlöſſern. Im Jahre 1820 ward Abdurahim zum Vezier von Bosnien ernannt. Er erſtürmte Serajevo, ließ ſieben Anführer der Spahis in Zwornik enthaupten, und ſetzte die Hin⸗ richtungen ſo lange fort, bis die gedemüthigten Ariſtokraten aufs Neue den Eid des Gehorſams leiſteten. Leider mußte dieſer treue Diener des Großherrn anno 1828 bei dem Beginne des ruſſiſchen Krieges 30,000 Mann an die Drina ſchicken. Dadurch bekam der aufrühreriſche Adel Luft, belagerte Serajevo, überwältigte die Gar⸗ niſon und zwang Abdurahim zum ſchmählichen Abzug, ein Umſtand, der wohl viel beitrug, den Divan zu dem Friedensſchluß von Adria⸗ nopel zu bewegen.
Im Jahre 1831 war der Aufſtand des bosniſchen Adels ſo weit organiſirt, daß unter dem Vorwande, Mahmud gefährde durch ſeine Reformen die muhamedaniſche Religion— weshalb er auch Giaur⸗Sultan genannt wurde— die Fahne der Empörung offen aufgeſteckt und der Vezier in Travnik überfallen wurde. Letzterer ward ſogar, da er den Erpreſſungen gewehrt hatte, als Meuterer gegen die Gebote des Koran erklärt, mußte ſeine neue Uniform als fränkiſche Tracht ablegen und ſich wie ein Verunreinigter unter Bußgebeten waſchen und ſäubern. Zum Glücke entkam er während der allgemeinen Unordnung und flüchtete nach Konſtantinopel; aber auch die Malkontenten beſchloſſen auf Stambul loszugehen und einen neuen Sultan als lebendige Garantie der alten Mißbräuche einzuſetzen. Sie fielen auch, mit den Skipetaren in Albanien ver⸗ bündet, in Bulgarien ein. Die Serben verweigerten zwar Wuſein, dem Anführer der Bosniaken, den Durchzug, dagegen ging ein von dem Großvezier Reſchid abgeſchicktes, meiſt aus Arnauten beſtehen⸗ des Herr, zu den Rebellen über. Reſchid, ein gewandter Diplomat, ließ ſich nun in Unterhandlungen ein, wodurch Muſtapha, der Ab⸗


