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ſchütterten und ihren Schild mit Römerſchmach beluden?! Der Bosnier hat noch eine Zukunft, und namentlich in dieſem Vuk ſteckt ein Stück trojaniſchen Hektors!“
„Schreiben Sie,“ ſtotterte Lascaris in ſichtbarer Aufregung, „eine— wie heißt doch das uralte Ding— die Griechen rühmen ſich damit— ihre Piraten ſingen ganze Seiten daraus— ja nun habe ich es— ſchreiben Sie eine Iliade über ihn!“
„Iliade? antwortete ſeine Braut,„daß mich der Himmel be⸗ hüte! Ich lag mir wegen dieſes Buches, nicht ſeiner Schönheit willen, nein, bloß ſeiner Tendenz halber, mit meinen Baſen, den Comteſſen in Cattaro oft und tüchtig genug in den Haaren!“
„Es iſt freilich eine uralte Geſchichte,“ meinte Lascaris,„daß ſich der Südſlave und ſein alter Nachbar, der wirkliche Grieche, nicht ſonderlich leiden mögen, obgleich ſich beide zur ſelben morgen⸗ ländiſchen Kirche zählen. Dies beweiſen namentlich die unaufhör⸗ lichen Zwiſte und Kämpfe zwiſchen Montenegro und Albanien. Wir türkiſch geſinnten Zuſchauer lachen freilich dabei luſtig in's Fäuſtchen.“
„Sie irren groß,“ ſprach Gülnare,„wenn Sie meine Abnei⸗ gung gegen das gerühmte Meiſterwerk des Homer aus der Quelle des leider unter unſern Landsleuten nur zu verbreiteten Griechen⸗ haßes ableiten; nein, dieſer Widerwille beruht, wie bereits geſagt, einzig auf dem Feldgeſchreie, mit welchem hier die Krieger Aga⸗ memnon's, dort die Vertheidiger Troja's in die hochrothe Schlacht eilen.“—
„Dürfte ich um nähere Bezeichnung dieſes beiderſeitigen Feld⸗ geſchreies bitten?“
„Der Trojer kämpft doch offenbar,“ entgegnete die Roſe von Serajevo,„für die Freiheit ſeiner Vaterſtadt, während der Grieche einzig von Rachſucht und Luſt nach Beute zum Kampfe getrieben wird. Iſt es aber ritterlich eines entlaufenen Weibes willen eine ſchöne blühende Stadt zu verheeren?! Ein Ehrenmann findet es tief unter ſeiner Würde, ſich um eine buhleriſche Schönheit auf Le⸗ ben und Tod zu ſchlagen. Ich achte die Iliade als eine der älteſten auf uns gekommenen Dichtungen, aber an den Seeleuten und Trojafahrern, deren Thaten Homer ſo prahlhänſig beſingt, kann ich auch nicht ein Atom Großes, wohl gar unſterbliches entdecken.“
„Und der Sohn der roſigen Thetis, der ſchnellfüßige Achilles?“ frug Gülnarens Vater.


