Teil eines Werkes 
6. bis 10. Stück (1846)
Entstehung
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in ſeine eigenen Gedanken vertieſt, oder zu ſtark mit der vor ihm liegenden Scene beſchäftigt, ſchritt der Mann dahin, bis er endlich vor eine niedrige in Trüm⸗ mern liegende Mauer unter einer hohen überhängenden Klippe kam. Er hielt einige Sekunden inne und be⸗ trachtete die Stelle mit ſo geſpannter Aufmerkſamkeit, daß er die Geſtalt einer Bettlerin überſah, die mit allen Zeichen äußerſter Armuth unter den Ruinen zuſammen⸗ gekauert dort ſaß. Sie war oder ſchien wenigſtens ein altes, ſehr altes Weib ihr Haar, von keiner Kappe oder Haube bedeckt, war weiß wie Schnee, aber ihre Züge beſaßen noch einen Ausdruck von Scharfſinn, als ſie, den Kopf aus der Haltung traurigen Nachdenkens emporrichtend, ihre Augen feſt auf die Reiſenden richtete. 3

Gib ihr etwas, mein Lieber, ſagte die Lady zu ihrem Gefährten auf Franzöſiſch; aber die Bitte wurde zweimal wiederholt, bevor er ſie zu beachten ſchien. Das Weib blieb inzwiſchen ſtill ſitzen, und bat weder um ein Almoſen, noch ſuchte ſie ihr Mitleid zu er⸗ regen. 8

Dieß iſt Glenflesk, nicht wahr, gute Frau, ſagte er endlich mit fremder Betonung.

Das Weib nickte bejahend, gab aber keine Antwort.

Wem gehört dieß alles hier? fragte er, mit der Hand nach beiden Seiten des Thales deutend.

Damit kann ich nicht dienen, erwiederte das Weib mit einer Stimme augenſcheinlichen Mißmuthes.Als ich ein Kind war, gehoͤrte es den O'Donoghue's, aber ſie ſind jetzt todt und dahin gegangen, ich weiß nicht, wem es gehört.

Alſo die O'Donoghue's, ſagt Ihr, ſind todt und dahin gegangen? Was iſt aus dem letzten von ihnen geworden? Kennt Ihr nicht ſein Schickſal?

Meinen Sie den, der Proteſtant wurde? fragte das Weib, während ein Ausdruck teufliſcher Bosheit

Lever, O'Donoghue. II. 22²