Teil eines Werkes 
6. bis 10. Stück (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

322

den lebloſen Koͤrper eines Mannes in franzöſiſcher Uni⸗ form herumſtehen.

Wer iſt das? Was iſt geſchehen? fragte Mark eilig.

Es iſt einer der franzöſiſchen Offiziere, Sir, er⸗ wiederte Tom M'Carthy;dieſen Morgen iſt er mit uns ans Ufer gekommen, und dieſen Abend, als ſich der Sturm erhob und er die Signale zum Abſegeln ſah⸗ drang er darauf an Bord zurückzukehren; wir thaten unſer Möglichſtes: zweimal ſtießen wir ab, und zweimal wurden wir wieder zurückgeworfen; aber wir verſuchten es noch einmal, da wurde das Fahrzeug umgeſtürzt, der arme Burſche konnte nicht ſchwimmen, und ſo ſahen wir ihn nicht eher wieder, bis vor einer Stunde, wo wir ſeine Leiche am Strand fanden. 7

Mark hielt das Licht vor die blaſſen Züge und ſah, daß es ein Jüngling von nicht mehr als achtzehn Jahren war; ſeine Züge waren nicht verdreht, ſondern ruhig, als läge er im Schlafe.

Laßt uns ihn zur Erde beſtatten, ihr Jungen, ſagte Mark mit einer vor Rührung zitternden Stimme; es iſt die geringſte Ehre, die wir ihm erzeigen können, wenn wir ihn in dem Lande ſchlummern laſſen, zu deſſen Rettung er gekommen.

Die Männer hoben die Leiche ohne ein Wort zu ſprechen auf, und folgten Mark, der eine Laterne trug, aus der Hütte. Nach wenigen Schritten hatten ſie einen kleinen Grashügel erreicht, wo der zwiſchen Felſen ſich dahin windende Abgrund ſein reiches Grün unbetreten und unberührt bewahrte.

Hier, dieß wird hinreichen, ihr Jungen, ſagte Mark;dieſer Felſen wird die Stelle bezeichnen.

Die Arbeit war bald vorüber; als das letzte Raſen⸗ ſtück über die Leiche gedeckt wurde, erdonnerte ein be⸗ deutendes Artilleriefeuer über die See her, und plötzlich kzuchä hie und da durch die dunkle Atmoſphäre Lich⸗ er auf.

Ihm iſt ein Soldatenbegräbniß geworden, ſagte