1
303
die Kerzen wieder an und näherte ſich dem Sopha, wor⸗ auf Kate lag.
„Bin ich krank geweſen, Mark?“ fragte ſie, indem ſie ſeine Hand anfaßte—„bin ich krank geweſen und habe ich einen ſchauerlichen Traum geträumt? Ich dachte Hamsworth ſei hier, und— und— aber er war hier — jetzt weiß ich— Sie haben ihn hier getroffen. O Mark, theuerſter Mark, was iſt geſchehen; wo iſt er?“
Mark deutete aufs Fenſter, ohne jedoch ein Wort zu ſprechen..
„Iſt er todt— haben Sie ihn getödtet?“ fragte ſie, indem ihre Augen den wilden Ausdruck des Schre⸗ ckens annahmen.„O barmherziger Himmel, der du uns ſo ſchwer heimgeſucht haſt, warum bleibt die Ver⸗ nunft da, wo Wahnſinn eine Gnade wäre! Sie haben ihn getödtet!“
„Er iſt nicht durch meine Hand geſtorben, obgleich er es wohl verdient hätte,“ ſprach Mark in ſtrengem Tone, „aber ſind uns jetzt ſo viele Stunden gegönnt, daß wir ſie mit einem ſolchen Gegenſtand verſchleudern können? Die Fran zoſen ſind in der Bucht— wenigſtens ein Theil der Flotte— ſechzehn Fahrzeuge, worunter neun Li⸗ nienſchiffe, liegen unter unſern Klippen vor Anker; noch zwanzig andere find draußen in der See, oder geſcheitert oder von den Engländern gekapert; denn wer kann das Maß unſeres Unglücks nennen? Alles iſt gegen uns ver⸗ ſchworen; aber Alles könnten wir überwinden, wenn wir keine Verräther unter uns hätten.“
„Die Regierung iſt von dem Komplott unterrichtet, Mark— ſie kennt alle dabei Betheiligten, und iſt voll⸗ ſtändig gerüſtet euch zuvorzukommen.“
„So geht das Gerücht; aber es iſt nichts Wahres daran: das Volk hält ſich zurück und gibt dies nur als Entſchuldigung für ſeine Feigheit vor. Die Prieſter wol⸗ len es nicht anreden, und der Schrecken vor Angeberei und Verrath verbreitet ſich mit jedem Augenblicke weiter. Lanty Lawler, der Burſche, der Pferde für die Artillerie


