Teil eines Werkes 
6. bis 10. Stück (1846)
Entstehung
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begünſtigt die natürliche Munterkeit des iriſchen Cha⸗ rakters, ſeine Lebhaftigkeit, aber vielleicht noch mehr als Alles, der angeborne Wunſch zu gefallen, eine Eigen⸗ ſchaft, die, wenn gehörig ausgebildet, jenes große Ele⸗ ment zu ſiegreichem Auftreten in der Geſellſchaft wird— die koſtbarſte unter allen Unterhaltungsgaben, genannt Takt. Es wäre ein großer Mißgriff, wenn wir den Ge⸗ ſchmack und die Vergnügungen damaliger Zeit nach dem heutigen Dublin beurtheilen wollten. Damals hatte ſich noch kein Provinzialismus mit all den kleinlichen Uebeln in ſeinem Gefolge dort niedergelaſſen. Der Charakter einer Hauptſtadt wurde aufrecht gehalten durch einen glänzenden Hof, durch ein dort ſitzendes Parlament, durch eine große, bevorrechtete Ariſtokratie. Die hervorragen⸗ den Geſtalten jener Zeit waren Menſchen, deren Namen in hohem Anſehen ſtanden, und deren Stellung an jedem europäiſchen Hof anerkannt war. Es herrſchte ein Reich⸗ thum, der mit der Wohlfeilheit des Landes in keinem Verhältniß ſtand; und während Gewandtheit und Talent faſt jeden Cirkel auszeichneten, warf der Hang zu präch⸗ tigem Aufwand in und außer dem Hauſe einen Glanz auf die Scene, der dazu diente, die ſtolzeren Vorzüge des Geiſtes zu verherrlichen, keineswegs ſie zu verdun⸗ keln. Die vergleichungsweiſe Beſchränktheit des Kreiſes und der gänzliche Mangel an engliſcher Zurückhaltung brachte hier eine innigere Miſchung aller Klaſſen, aus denen die gute Geſellſchaft beſteht, zu Stande, als in London, und die Vortheile davon ſprangen in die Augen; denn während die Ariſtokratie durch den ſteten Verkehr mit Männern, deren Streben ein rein geiſtiges war, un⸗ ermeßlich viel gewann; ſo erwarben ſich dieſe letztern einen viel weitern, freiern Geſichtskreis, da ſie ſich aller Feſſeln eines bloßen Berufslebens entledigten und deſſen Pedanterei als ein Kleid, das zu ihrer Stellung in der Geſellſchaft nicht paßte, wegwarſen. Aber was jene Zeit beſſer als alles andere charakteriſirt, das war die That⸗ 2, 4*