Teil eines Werkes 
6. bis 10. Stück (1846)
Entstehung
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Gleich den meiſten Perſonen, die auf Kunſtſtücke ein großes Gewicht legen, ärgerte ſich Mark, daß ſich ein Anderer mit höherer Geſchicklichkeit brüſtete, und antwortete gleichgültig, das Ding ſey am Ende vielleiſht leichter als es ſcheine. 4

„Ganz wahr,“ ſtimmte Talbot in ſanftem Ton ein, „was wir weder ſelbſt gethan, noch von andern geſehen haben, das ſcheint uns immer ſchwierig; was man Weis⸗ heit nennt, iſt wenig anderes, als das Vermögen, auf Gründe der bloßen Wahrſcheinlichkeit hin Erfolg oder Mißlingen zu berechnen.“,

„Ihre Definition hat den Vortheil, daß ſie für die Gelegenheit genügt,“ ſagte Sir Archy lächelnd.„Es freut mich, daß Ihnen unſer Thal nicht mißfallen hat: aber wenn Sie den See und die Bucht von Glengariff noch nicht geſehen haben, ſo erwarte ich von Ihnen ein noch höheres Lob.“

„Wir brachten den Tag auf dem Waſſer zu,“ er⸗ wiederte Talbot,„und wenn es keine Ketzerei wäre, ſo würde ich behaupten, daß dieſe kühnen Gebirge größer und erhabener ſind, in der Schauerlichkeit des Winters, als im Goldglanz und im Purpurgewande des Sommers. Die See war herrlich, wie ſie in die große Bucht hin⸗ einrollte, die Felſen hinanſprang und ſtolz gegen die hohen Klippen anſchwoll, was meinen Augen größere Wonne gewährt, als die ſpiegelglatte Oberfläche des ruhigen Waſſers. Bewegung iſt das Leben unbeſeelter Gegenſtände, und Leben hat ſtets ſeine eigenen Reize.“

Während ſie ſich ſo unterhielten, wobei M'Nab durch geſchickte Anſpielungen den eigentlichen Grund des Beſuches zu errathen, Talbot hingegen durch Lobſprüche auf die Landſchaft oder gelegentlich durch den Vortrag irgend eines abſtrackten Satzes jeder direkten Frage aus⸗ zuweichen ſuchte— ſetzte Mark, müde eines Geſpräches, das ihn auch in ſeinen lichtern Momenten nicht intereſ⸗ ſirt hätte, ſtark dem Weine zu, und ſchenkte ſich ein Glas um das andere voll, waͤhrend der alte O'Donoghue der