4 36 ſeine Aufregung nicht blos die Frucht der Leidenſchaft war— ſeine wilden, blutrünſtigen Augen, ſeine flam⸗ menden Wangen, ſeine geſchwollenen, ſchweren Lippen, alles verrieth, daß er ſtark getrunken hatte. Seine Halsbinde war loſe, ſeine Weſte offen, und die Finger ſeiner rechten Hand waren— eine Folge von dem Un⸗ geſtüm, womit er ſeinen Eintritt erzwungen hatte— ein einziger Blutklumpen. 3
„Komm her, Talbot— Holt, hieher— herein, ihr Jungen,“ rief er ſeinem Gefolge zu.„Ich habe ihnen geſagt, daß ihr kommen würdet, obgleich ſie behaupteten, es ſei ſchon zu ſpät.“
„Es iſt nie zu ſpät, einen Gaſt zu bewillkommnen, Mark, aber immer zu früh, um von einem zu ſcheiden,“ rief O'Donoghue, der, obgleich erſchrocken über den Zu⸗
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ſtand ſeines Sohnes, entſchloſſen war, ſich nichts an⸗
merken zu laſſen.
„Das iſt mein Freund Harry Talbot, mein Vater — Sir Archy M'Nab, mein Oheim. Holt, wo biſt Du? Ich will mich hängen laſſen, wenn ſie nicht ent⸗ ſchlüpft ſind;“ und mit furchtbaren Verwünſchungen über ihre Verrätherei ſtürzte er aus dem Zimmer, wo er es Talbot überließ, ſich ſelbſt vorzuſtellen. Das raſche Getrampel von Fuͤßen und das laute Gelächter der Fluchtlinge draußen erſtickten für einige Sekunden ſeine wenigen Worte; aber ſeine Manier und Miene hatten auf Sir Archy einen ſo beruhigenden Eindruck gemacht, daß er, der ſchon im Begriffe war, das Zimmer zu ver⸗ laſſen, ſtehen blieb und ihn höflich begrüßte.
„Es wäre ſehr unanſtändig von mir,“ ſagte Talbot lächelnd,„die gaſtfreundlichen Abſichten meines Freun⸗ des Mark zu verſchmähen; aber fürwahr, ich muß mich wegen der Art, wie wir dieſen Abend hieherkommen, ſo ſehr ſchämen, daß ich nicht ausſprechen kann, welches Vergnügen mir ein ſolcher Beſuch unter paſſendern Um⸗ ſtänden gemacht hätte.“
Sir Archibald wurde durch ſein Erſtaunen über den


