28 eifrigen Wunſche, Kate's Verwirrung nicht zu erhöhen, geſprochen.
„Was iſt mit Mark?“ rief O'Donoghue, der durch die Erwähnung des Namens plötzlich aus ſeinen Ge⸗ danken erweckt wurde.„Es iſt doch ſeltſam, daß er nicht hier iſt, um Kate Lebewohl zu ſagen. Hat ihm Niemand etwas von der zu eurer Abreiſe beſtimmten Zeit geſagt?“ 5
„Ich habe ihm davon geſagt, und er hat mir ver⸗
ſprochen, hier zu ſeyn,“ verſetzte Herbert;„er wollte auf ein Paar Tage nach Beerhaven auf die Jagd, aber drolliger Weiſe hat er ſeine Flinte hier zurückgelaſſen.“ „Der Junge iſt nicht mehr der alte,“ murmelte O'Donoghue.„Vorgeſtern brachte Lanty zwei Pferde, aber er wollte nicht einmal bis zur Thüre gehen, um ſie zu betrachten. Ich weiß nicht, an was er denkt.“ Kate ſprach kein Wort, und ſuchte mit großer An⸗ ſtrengung eine ruhige Miene zu behaupten; auf einmal merkte ſie mit jenem ſeltſamen, ſo ſchwer zu beſchrei⸗ benden und zu erklärenden Inſtinkt, daß Sir Archy
ſeine Augen auf ſie heftete und nun wurde ihre Wange
todtenblaß.
„Da, da kommt er angerannt!“ rief Herbert. Bei dieſen Worten hörte man den dröhnenden Hufſchlag eines ſchnellen Galopps die Straße heraufkommen, und im nächſten Augenblick wurde heftig an der Thüre geläutet.
„Ich wußte doch, daß er Wort hält,“ ſprach der Jüngling mit Stolz, indem er ihm entgegeneilte; die Thüre öffnete ſich und herein trat— Frederick Travers.
So unerwartet war ſeine Erſcheinung, daß es aller Höflichkeit des darin geübten Sir Archy bedurfte, um vor dem jungen Garde⸗Offizier die Verlegenheit der Uebrigen zu verhehlen; dennoch gelang es ihm nicht gänzlich, denn Frederick war kein gewöhnlicher Beob⸗ achter und entdeckte bald in jedem Geſichte, daß man nicht ſeine Ankunft erwartet hatte.


