27 vor den Gefahren, ſich in den Kampf der politiſchen Parteien zu miſchen, der damals in Dublin ſo heftig war.
Er rieth ihm, jene ertremen, für junge Gemüther ſo bezaubernden Meinungen, die entweder dem Urtheil für's ganze Leben eine nicht zu rechtfertigende Richtung geben, oder wenn ihre Falſchheit entdeckt wird, zu einer eben ſo heftigen Reaktion und eben ſo trügeriſchen Be⸗ griffen führen, zu verwerfen.„Gewinne Dir erſt einen Charakter und Anſehen, Herbert: ſtrebe nach einer Stellung, wo Du Deinen Meinungen Einfluß verſchaffen kannſt, und dann, mein Junge, kannſt Du mit einem nicht raſch gebildeten Urtheil, und mit einem in Unter⸗ ſuchung großer Fragen geübten Geiſte furchtlos in die Schranken treten und Dir Deinen Standpunkt und Deine Partei wählen. Ein Patriot im Sinne der Zei⸗ tungen kannſt Du nicht werden.— Auch iſt es möglich, daß unſere theure Kate Deinen Ehrgeiz für einen arm⸗ ſeligen hält——“
„Kate, haben Sie geſagt?— Kate, Oheim?“ fragte ſie, ihren Kopf erhebend, mit zerſtreutem Blicke.
„Ja, meine Liebe, ich ſprach von einigen der Ge⸗ fahren, welche die erſten Schritte zu einer politiſchen Meinung umlagern und, ſagte Herbert, Gefahr bringe nicht immer Ehre,“
„Ganz wahr, Sir— ganz wahr: aber Mark—— ſie hielt inne und die Röthe, die ihr Geſicht bedeckte, ergoß ſich über Nacken und Schultern. Erſt nachdem ihre Lippen den Namen ausgeſprochen, entdeckte ſie, wie leichtſinnig ſie den geheimen Gegenſtand ihres eigenen Nachdenkens verrathen habe.
„Mark, meine holde Kate, bedarf, hoffe ich, meiner Warnungen nicht; er lebt fern vom Parteikampf. Und wäre dieß auch nicht der Fall, ſo iſt er älter, und beſſer im Stande, ſich ſeine Meinungen zu bilden, als Herbert hier.“
Dieſe Worte wurden mit Ruhe und mit dem


