22 ſtehen, eine ſolche Regelmäßigkeit in der Correſpondenz ſey vielleicht den höflichen Aufmerkſamkeiten des eng⸗ liſchen Kabinets zu verdanken; und dieſem Mißtrauen iſt zum großen Theil jene ſchwankende, zögernde Politik zuzuſchreiben, die ihre eigenen Berathungen bezeichnete.
Tone's Briefe ſind Beweiſe für das mühſame Ge⸗ ſchäft ſeiner Unterhandlung; Zuſicherungen von Hülfe,
die nach Monate langem, peinlichem, ſchmerzlichem
Dringen zugeſagt und noch dazu von einigen faſt unmög⸗ lichen Bedingungen abhängig gemacht wurde; die For⸗ derung von Garantien, die er weder geben konnte noch wollte, von Mittheilungen, die man, ſelbſt wenn man im Beſitz des Landes geweſen wäre, nicht ohne die größte Schwierigkeit hätte geben können; und am Ende,
als der verſprochene Beiſtand bewilligt wurde, die damit
verbundenen Winke und Geſtändniſſe, daß in Frankreichs Augen die Unabhängigkeit Irlands nichts ſey, als ein Todesſtoß für die Macht und Größe Englands— dies Alles war wenig geeignet, den Muth der Bewegungs⸗ partei in Irland zu erhöhen.
In der That war keine Partei mit dem Vertrag zu⸗ frieden, und dieſes Mißvergnügen zeigte ſich ſchon lange vor dem Zeitpunkt, da er zur Ausführung gebracht wer⸗ den ſollte. Inzwiſchen ſparten die Inſurgenten keine Mühe, ſtarke Maſſen unter dem Landvolk zu organiſiren, um Frankreich wenigſtens numeriſch eine kräftige Mit⸗ wirkung verſichern zu können. Solche Berichte waren nothwendig, damit Tone auf ſeinen Forderungen mit erhöhter Energie beſtehen konnte; und obgleich er ſelbſt ſich nie täuſchen konnte über die Unbrauchbarkeit ſolcher undisciplinirter und faſt unbewaffneter Maſſen, ſo nahmen ſie ſich doch plauſibel genug auf dem Papier aus, und bürgten für die Bereitwilligkeit des Volkes, das engliſche Joch abzuſchütteln.
Jetzt iſt es allgemein bekannt, daß die franzöſiſche Partei in Irland ſehr ſchwach war. Die ſchrecklichen Unbilden, welche die roͤmiſch⸗katholiſche Kirche während


