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von Rohheit annehmen.“ Er ſchien ganz zu Boden ge⸗ ſchlagen, als er hinzufügte:„Ich weiß nicht, warum ich es in meine Taſche geſteckt: hier iſt es.“
Mit dieſen Worten zog er aus ſeiner Bruſttaſche ein zerkrümpeltes Papier und überreichte es Kate. Sie hätte gerne etwas erwiedert— einige freundliche, wohl⸗ wollende Worte; aber, wie es auch geſchah, ſie ſtam⸗ melte und ſtockte. Zweimal gelang es ihr, die Worte: „Ich weiß, Mark— ich bin überzeugt, Mark,“ heraus⸗ zubringen; doch war ſie nicht im Stande etwas auszu⸗ ſprechen, was vielleicht gerade ihre Unentſchloſſenheit noch ſchwieriger machte, ſie murmelte daher blos ein kurzes„Meinen Dank“ und entfernte ſich.
„Der arme Menſch!“ ſagte ſie, als ſie wieder in Zimmer trat;„ſein Loos iſt doch das härteſte von allen.“
Sie hätte ſich oft gerne ſelbſt überredet, Mark's mürriſche, düſtere Laune ſey vielleicht die Unzufrieden⸗
heit eines Menſchen, der die Schmach eines unrühmli⸗
chen Lebens fühle— ein leichtſinniger Wandel habe die Spuren eines kühnen, hohen Sinnes, wodurch ſich ſeine Familie ſo lange ausgezeichnet hatte, vielleicht bedeckt, aber nicht verwiſcht; und jetzt zum erſten Male glaubte ſie, die Beweiſe für eine ſolche Gemüthsſtimmung auf⸗ gefunden zu haben. Sie dachte lange über dieſen Ge⸗
genſtand nach und ſtellte ſich vor, wie Mark's gute Eigen⸗
ſchaften und ſein muthiges Temperament unter Umſtän⸗
den, die ihrer Entwicklung günſtig geweſen wären, ihm Ruhm und Ehre hätten erwerben können.„Und hier,“ rief ſte halblaut aus,„hier muß er vielleicht leben und ſterben als ein Bauer!“ Mit einem tiefen Seufzer warf ſie ſich in einen Stuhl, und gleich als wollte ſie ihren Gedanken eine weniger düſtere Richtung geben, öffnete ſie den Brief, den Mark ihr überreicht hatte. Kaum hatte ſte jedoch ihre Augen darauf geworfen, als ſie einen ſchwachen Schrei ausſtieß, einen Schrei, allerdings zu ſchwach, um eine bloße Angſt auszudrücken, aber in


