Teil eines Werkes 
1. bis 5. Stück (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

289

Angriffe ſich ohne Unterlaß wiederholten. Jeder Plan, den er erſann, ſtieß auf unzählige Hinderniſſe; und wenn er, erſchöpft von nutzloſen Entwürfen, beſchloſſen hatte, dem Gegenſtand für immer zu entſagen, ſo bewog ihn der Anblick von Marks eingefallener Wange und eingeſun⸗ kenem Auge zu einem neuen Verſuche, wobei er jedes⸗ mal gelobte, er ſolle der letzte ſeyn.

Die alten, oft mit Erfolg angewendeten Mittel, Mark aufzuheitern, ſtanden ſeinem Vater nicht mehr zu Gebote, wie zum Beiſpiel die Befriedigung irgend einer Laune, irgend einer vorübergehenden Liebhaberei für ein Pferd oder einen Hund für ein Boot oder eine Angelruthe. Außer dem fühlte er, daß Marks Kummer, welche Urſache er auch hatte, für derlei oberflächliche Mittel zu tief lag, und er dachte lange und angeſtrengt über die Sache nach. Leider hatte er Niemand, dem er ſeinen Kummer hätte mittheilen, der der ihn mit ſeinem Rath hätte unterſtützen können. Von Sir Archibald hatte er ſtets geglaubt, er ſey gegen Mark eingenommen und immer mehr geneigt, ſeine Fehler zu übertreiben als zu bemän⸗ teln. Hätte er ihm ſein Herz oͤffnen wollen, ſo hätte er ſich nur einigen ſehr plauſiblen, aber, wie er dafür hielt, ſehr unpractiſchen Bemerkungen über Mäßigkeit und Ordnung ausgeſetzt über die Nothwendigkeit, ſich dem Wechſel des Glücks zu unterwerfen und im Nothfall irgend einen beſcheidenen aber ehrbaren Beruf als Erwerbszweig zu wählen. Dieſe und ähnliche Vor⸗ ſtellungen waren ihm ſchon mehrmals unter die Naſe gerieben worden: aber ſie geradezu aufzuſuchen und aus freien Stücken hervorzurufen, das fiel ihm doch nicht ein.

So war denn Kerry O'Leary der einzige, an den er ſich wenden konnte, und wer weiß, welches Vertrauen man in Irland alten Dienern ſchenkt, die das Schick⸗ ſal der Familie lange getheilt haben, und die für treu gelten, weil ſie wegen gänzlicher Unbrauchbarkeit dem Lever, O⸗Donoghue. 1. 19