278 Frederik, der neben Herbert Platz genommen hatte, unterhielt ſich mit dem Jüngling uͤber luſtige Streiche
und Geſchichten, die ihm um ſo reicher vom Munde
ſtrömten, je begieriger der Andere zuhörte; Sir Archi⸗ bald dagegen hatte in einer Haltung reſpektvoller Auf⸗ merkſamkeit mit Miß Travers ein Geſpräch über das Thal und die Landſchaft angeknüpft, dem ſein richtiger Geſchmack und ſeine treffliche Würdigung des Pittoresken nicht wenig Reiz und Intereſſe verliehen. In dem Tone, womit ſie empfangen wurden, lag ſo wenig Gezwungenes und Geziertes, daß all ihr Erſtaunen über einen ſo vor⸗ trefflichen Wirth in dem Vergnügen verſchwand, das Travers genoß. Die herzliche Gutmüthigkeit O'Do⸗ noghue's— ſein offenes Geſpräch, ſein guter Humor bezauberte Sir Marmaduke jeden Augenblick mehr und mehr. Auch Frederik konnte ſich nicht ſattigen an dem friſchen, fröhlichen Geiſt, der jedem Blicke und Worte Herberts entſprühte, deſſen glühendes Temperament und hochherziger Sinn gleich empfänglich war für den Enthu⸗ ſiasmus ſeines eigenen Geiſtes, und was Sybella be⸗ traf, ſo war ſie hochvergnügt über das einnehmende Weſen Sir Archy's, der ſich gerade in Damergeſell⸗ ſchaften vortrefflich zu benehmen wußte, ſo daß ſie bald den leiſen Hang unterdrücken konnte, über die Präziſion einer Sprache zu lächeln, wo tiefer, geſunder Sinn und hohes Gefühl mit dem einzigen Fehler der Pedan⸗ terie gemiſcht waren.
Während man ſich ſo allerſeits aufs angenehmſte unterhielt, öffnete ſich die Thüre und herein trat Kate, aber ſo leiſe, daß ſie bereits mitten in der Geſellſchaft ſtand, bevor man ſie bemerkte. Sie begrüßte Frederick Travers mit einem anmuthvollen Lächeln, erwiederte Sir Marmadukes Gruß mit einer tiefen Verbeugung,
und nahm darauf, da gleiches Alter weniger Ceremonie
erforderte, ihren Platz neben Miß Travers, mit einer herzlichen Miene, die ihr ſo gut anſtand. Wie in einem Orcheſter mitten in Zuſammenklang mehrerer Inſtru⸗


