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oder vorgeſtern— aus einem Kloſter in den Nieder⸗ landen, wo ſie ſeit ihrer Kindheit gelebt hat.“
„Eine ſeltſame Heimath für ſie,“ ſiel Sir Mar⸗ maduke ein.„Wenn ich von den Leuten dort keinen ganz falſchen Begriff habe, ſo müſſen ſie für eine in einem franzöſiſchen Kloſter erzogene junge Lady nicht die paſſendſte Geſellſchaft ſeyn.“.
„Das würdeſt Du zugeben, wenn Du die Lady ſehen würdeſt,“ ſagte Fred, mit Begierde die Gelegen⸗ heit ergreifend, einer Meinung beizuſtimmen, die er ſich nicht recht getraute, ſelbſt zu außern.„Sie iſt durch⸗ aus fremd in Allem, in Blick, Kleidung, Benehmen— ſie hat ganz die Manier des Pariſer Lebens, anmuthig und liebenswürdig im Geſpräch; die beiden Jungen da⸗ gegen, wenigſtens der eine davon, iſt ein echter Bauer— dem andern will ich keineswegs ſein freundliches Geſicht, noch ſeine Gutherzigkeit beſtreiten, aber doch ſteht er in jeder Hinſicht unendlich weit unter ihr.“
„Iſt ſie hübſch, Frederick?“ fragie Sybella, ohne von ihrer Arbeit aufzublicken. 8
„Ich möchte ſagen hübſch,“ erwiederte er zögernd, gleich als wollte er ſein Lob durch ein Wort mäßigen das nicht zu viel bedeutete.„Ich für meine Perſon ziehe eine ruhigere Art von Schoͤnheit vor; eine weniger blendende, weniger ſchimmernde; etwas, das man eden Tag ſehen kann, und das um ſo beſſer gefällt, je länger man es ſieht“— dabei ſchlang er ſeinen Arm um den Leib ſeiner Schweſter und betrachtete ſie, als wollte er feinen Worten die nöthige Auslegung geben.
„Du haſt mich ganz neugierig gemacht, ſie zu ſehen, Fred,“ ſagte Sybella.„Schon die bloße Thatſache, eine Perſon wie ſie an einem ſolchen Orte zu finden, hat ihr eigenes Intereſſe.“
„Wie, wenn Du ſie beſuchen wollteſt, meine Liebe?“ fragte Sir Marmaduke;„eine ſolche Aufmerkſamkeit wäre ganz am Platze; uͤberdieß haſt Du Bücher und


