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thümer. Man gelangte dahin auf einem ſchmalen, in den Felſen gehauenen Weg; dieſer war geſchützt durch einen viereckigen Thurm, unter deſſen tiefem Bogen die Straße durchging, und auf beiden Seiten lief eine nied⸗ rige mit Zinnen verſehene Mauer hin; längs derſelben, mitten unter Trümmern und Schutt, erhoben ſich ſtatt⸗ lich und ſchön zwei Reihen von Linden. Sie breiteten ihre ſchwankenden Zweige umher und warfen einen zar⸗ ten, feierlichen Schatten auf den Weg. Außer dieſen Linden war kein Baum, nicht einmal ein Gebüſch zu ſehen— das große, von der Hand der Natur gepflanzte Gehölze war verſchwunden— es war den Zufallen des Kriegs und unruhiger Zeiten, oder dem noch verheeren⸗ dern Schritt der Armuth erlegen, und entblößt ſtand jetzt der kahle Berg, wo einſt Wälder und ſchattige Haine gerauſcht, die Heimath geſiederter Sänger, der Aufent⸗ halt des wilden Hirſches.
Kühe und Bauernpferde hatten jetzt ihre Stallung, wo einſt die Außenwerke des Schloſſes geweſen. Land⸗ wirthſchaftliche Geräthe lagen allenthalben zerſtreut um⸗ her, überall fiel das Auge auf Vernachläſſigung und Verfall, die Gartenmauer war an manchen Stellen ein⸗ geſtürzt, und das Vieh zog nach Willkür unter den zer⸗ riſſenen Obſtbäumen und zerfallenen Terraſſen umher, während, gleichſam um der Scene einen noch traurigern Anblick zu gewähren, der Boden auf eine beträchtliche Strecke im Umkreis gepflügt worden war, ohne daß man ihn hernach wieder als Wieswachs anlegte, ſo daß jetzt auf der gefurchten Oberfläche ſchädliches Unkraut und üppige Diſteln wucherten, und aus der feuchten, ſchwam⸗ migen Erde giftige Duͤnſte aufſtiegen und die Luft ver⸗ peſteten.
Wenn Außen Alles traurig und betrübt ausſah, ſo nahm ſich das Innere nicht viel beſſer aus. Eine ge⸗ räumige, gepflaſterte Halle öffnete ſich auf zwei lange,
ſchlecht beleuchtete Corridors, in die ſich eine Anzahl kleiner Wohnzimmer mündete. Viele von dieſen waren


