Teil eines Werkes 
1. bis 5. Stück (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

24 ſchon errathen hat, nur noch wenig zu erzählen. Er war ein Londoner Bankier und galt für ungehener reich. Urſprünglich ein jüngerer Sohn, trat er die Baronet⸗ ſchaft und die großen Güter ſeiner Familie erſt in etwas ſpätem Alter an. Die Gewohnheiten eines thätigen Stadtlebens jedoch die Beſchäftigungen, die eine lange Laufbahn ihm zur andern Natur gemacht hatte, machten ihn unfähig, ſich den weniger aufregenden Pflichten eines Landedelmanns zu unterziehen; das Land⸗ leben ſchien ihm vielmehr alles Intereſſes, alles Ver⸗ gnügens bar. Er blieb daher noch mehrere Jahre, nachdem er Baronet geworden, in London: und erſt nach dem Tode ſeiner Frau, die er innigſt liebte, wurde ihm das dortige Leben zuwider; er fand, daß er nicht laͤnger eine Lebensweiſe fortſetzen konnte, die ihm die Geſell⸗ ſchaft ſeiner Gefährtin und gegenſeitiger Gefühls⸗Aus⸗ tauſch angenehm gemacht, und faßte daher den plötzlichen Entſchluß, ſich auf eines ſeiner Güter zurückzuziehen, wo vielleicht ein neuer Geſchäfts⸗Kreis den Kummer über den erlittenen Verluſt lindern konnte. Dieſem Plane ſtand kein Hinderniß entgegen. Sein einziger Sohn hatte ſich bereits eine Carrière als Garde⸗Offtzier eröff⸗ net; und außer ihm und ſeiner Tochter, die wir erſt vor Kurzem dem Leſer vorgeführt, hatte er keine anderen Kinder.

Die Bemühung, ſein Leid zu vergeſſen, bewährte ſich in dieſem Falle ſo erfolglos wie gewöhnlich. Der alte Herr ſuchte im Landleben den erwarteten Troſt, ohne ihn jedoch zu finden; weder ſeine Neigungen noch ſeine Gewohnheiten paßten zu denen ſeiner Nachbarn; er fand wenig Vergnügen an der Jagd, noch weniger an der Landwirthſchaft. Das geſellſchaftliche Leben auf dem Lande war eine armſelige Entſchädigung für den unun⸗ terbrochenen Strom der Londoner Geſellſchaft. Er wurde ſehr bald der neuen Lebensart müde und ſehnte ſich wieder zurück nach ſeinen alten Gewohnheiten und Be⸗ ſchäftigungen. Es ſtand ihm jedoch immer noch eine