Teil eines Werkes 
1. bis 5. Stück (1846)
Entstehung
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Als ſte den Gipfel des Hügels erreicht, hielten beide plötzlich inne und ſchienen erſtaunt über die Scene vor ihren Augen. Das dämmernde Grau des Zwielichts warf ſeine finſtern Schatten über das Thal, aber die Bergſpitzen waren von der untergehenden Sonne beſtrahlt und zeigten jene reichen, veilchenblauen und purpurrothen Farben, welche ſich auf der Herbſthaide ſo ſchön ſpiegeln. Das dunkle Laub der Stechpalme und die glänzende Blüte des Erdbeerbaums liehen ihre Farbe jedem vor⸗ ragenden Fels und Vorgebirg, ſo daß die Landſchaft für Augen, die nicht mit der Gegend bekannt waren, ein Bild von Cultur darſtellte, das mit der öden Umgebung in ſeltſamem Widerſpruch ſtand.

Sybella, iſt dieß für Deine Phantaſie wild ge⸗ nug? fragte der Vater mit freundlichem Lächeln, indem er den wechſelnden Ausdruck auf den Zügen des jungen Mädchens beobachtete,oder ſehnſt Du Dich nach einer noch öͤderen Gegend?

Aber ſie gab keine Antwort. Ihr Blick war auf eine dünne Rauchſäule gerichtet, die in dem Thale unter der Straße aus einem niedrigen Erdhügel, wie es ſchien, emporwirbelte; einige Baumäſte, bedeckt mit grünem Raſen, waren auf einander geſchichtet, und durch dieſe fand der Dampf einen Weg in die Luft empor.

Ich möchte wiſſen, was das Feuer zu bedeuten hat, ſagte ſie, mit ihrem Finger abwärts zeigend.

Da iſt Jemand, der es uns erklären wird, ver⸗ ſetzte der Vater, als er zum erſten Mal den Jüngling bemerkte, der in ſeiner bisherigen Haltung auf der Bank ausgeſtreckt blieb, und mit erkünſtelter Gleichgültigkeit den Fremden, deren Erſcheinung ihn noch vor Kurzem in ſolches Erſtaunen verſetzt hatte, keine Aufmerkſamkeit widmete.

Hört, mein lieber Junge, was bedeutet wohl der Rauch da drunten?

Der ZJüngling ſprang mit einer ſo raſchen, unge⸗ ſtümen Bewegung auf, daß der Frageſteller faſt dar⸗