Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ter über ſolchen Ungehorſam können wir mit aller kind⸗ lichen Liebe ihr leider! nicht erſparen. Sag' mir nur, mein lieber, ehrlicher Freund, haſt du dich auch ge⸗ prüft, und biſt du gewiß, daß die Mißbilligung der Mut⸗ ter, die ſich vielleicht von uns trennt, dein Glück und un⸗ ſer Glück nicht ſtören wird?

Niemals, niemals! rief der Baron mit hohem Ernſte. So wahr uns dieſe verhängnißvollen Vorbilder umgeben! Mußte nicht dies altadelige Mainz ſelbſt unter den neuen Gedanken der Zeit brechen? Mag immerhin das alte Vorurtheil unter der alten Fürſtenperrücke noch einmal ſiegreich wiederkehren! Dieſe Bollwerke ſind nicht verge⸗ bens gefallen; vergebens nicht hat die Zerſtörung dieſen Grund und Boden, hat Empörung, Haß und Liebe der Herzen gemiſcht: das zitternde Zepter kann die Zukunft nicht mehr bewältigen, die zwiſchen dieſen Trümmern und aus den Kämpfen der Menſchen mit neuen Schöpfungen, mit einer höhern Geſtalt des bürgerlichen Lebens hervor⸗ dringen wird.

Hier in der Umgebung des Doms wandelte das Paar recht im Mittelpunkte der Zerſtörung. Die Trümmer der zuſammengeſchoſſenen und in Flammen aufgegangenen Hauptgebäude lagen umher; ſtehen gebliebene Mauern drohten den Einſturz; einzelne Thürme, im Innerſten er⸗ ſchüttert, vermochten ſich kaum noch aufrecht zu halten. Der herrliche Dechaneibau jammerte den Freund. Noch ſtand die Säulenhalle aufrecht; die Decken aber lagen in Schutthaufen, und die Drahtgitter der zur Erleuchtung von oben eingerichteten Fenſter waren wie Netze über die Zerſtörung geworfen. Der alte Bau hatte im Geſpen⸗