Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
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mir doch einen andern Vortheil davon. Ich hoffe näm⸗ lich, der durch die Umſtände ſo erſchütternde Verluſt einer Tochter wird ihr den Erſatz durch eine Schwiegertochter deſto erwünſchter machen.

Mit einem zärtlichen Händedruck verſetzte Fides:

Muß denn aber die Wahrheit gerade auch noch einen Vortheil bringen, beſter Franz Karl?

Das nicht, mein Herz! antwortete er. Wenn jedoch meine Mutter einſehen muß, wohin verſchrobene, unna⸗ türliche Verhältniſſe der höhern Geſellſchaft führen kön⸗ nen: ſollte ſie dann nicht leichter über ihre alten Vorur⸗ theile hinauskommen? Denn ich darf dir nicht ver⸗ ſchweigen, meine theure Fides, daß ſie ſich keine bürger⸗ liche Schwiegertochter wünſcht, ja, ſich vielleicht kaum einer ſolchen Neigung zu mir verſieht.

Worauf Fides, indem ſie ſich feſt an ihm ſchmiegte, mit gerührtem Blick verſetzte:

Wie froh machſt du mich, mein geliebter Franz Karl, indem du mir das offen ausſprichſt! O daß ich dich dafür im Angeſicht dieſes hohen und zerſtörten Doms um⸗ armen könnte! Du zeigſt mir ein edles Vertrauen, und ſollſt dich darin nicht irren, daß ich es verdiene. Sieh', liebſter Freund, ich verſpreche mir von deiner Mutter nicht, was du erwarteſt. Ein ſo ſchmerzliches Opfer kann ihr mütterliches Herz eben ſo leicht verhärten, als verſöhnen; ja vielleicht öffnet es, ſtolz, wie es iſt, in einer Zeit wie

die jetzige, ſich noch leichter dem Trotz als der Ergebung.

Es wird mich tief betrüben, wenn ich der Frau Baronin keine werthe Tochter ſein kann; aber die Liebe darf ſich dem Vorurtheil nicht unterwerfen, und das Leid der Mut⸗