3 22
Mainz zu ſchweben, verließ Fides mit Franz Karl, der ſeinen Degen wieder umgelegt hatte, das Haus in der Umbach.
Zehntes Kapitel.
Wohin ſich das glückliche Paar wendete, traten ihnen die bejammernswertheſten Erſcheinungen der Unordnung und Zerſtörung in den Weg. Schmutz und Wuſt hatten ſich nicht mehr in den Winkeln gehalten, ſondern nahmen die breiteſten Straßen und Plätze ein. Doch das Ent⸗ zücken, Arm in Arm zu wandeln, Beiden ſo neu, trug die Frohen über dieſe Begegniſſe leichter hinweg. Ein ſo
unausſprechliches Glück, als ſie inmitten ſolcher Zerſtörung
gewonnen hatten, ſchien auch die jammervollen Eindrücke derſelben zu mildern! Sie hatten die ahnungsvolle Em⸗ pfindung, als ob dieſe Welt umher, in ihrer vormaligen Herrlichkeit ihnen ſo bekannt, in ſolche Trümmer hätte zerbrechen, in dieſen Wuſt zerfallen müſſen, um ihnen den vergrabenen Schatz herauszugeben, der in der alten Ord⸗ nung des Lebens verzaubert gelegen, und ihnen jetzt ſo beglückend zugefallen war. Hand in Hand und voll Hoff⸗ nung ihrer ſchaffenden Zukunft, erblickten ſie weniger, was zerſtört umherlag, als was in neuem Bund und Frieden ſich noch ſchöner aufbauen ſollte.
Als ſie aus einiger Ferne vor Blau's Wohnung Alles ruhig fanden, kamen ſie überein, jetzt nicht einzukehren,


