Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
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nun müſſen Sie verzeihen, Herr Baron, und ich bin recht in Verlegenheit. Sehen Sie, wir hätten nicht ge⸗ dacht, daß Sie ſo früh kämen, ich meine, in dieſe theure Zeit, wo nichts zu haben iſt. Denn ſchicklicher⸗ weiſe müßten Sie nun doch bei uns zu Mittag eſſen, und wir können nicht einmal ſagen, Sie möchten vorlieb nehmen: denn wo nichts Rechtes und Schickliches zu haben iſt, da kann eben kein Chriſtenmenſch vorlieb nehmen. Es fehlt ſogar an friſchem Fleiſch. Denken Sie nur, daß ein Ei ſechs Batzen koſtet, ein Pfund Dürrfleiſch drei Gulden, und ein Pfund alt Kuhfleiſch war nicht mehr unter einem Dukaten zu haben. Franz Karl lächelte, indem er ſprach:

Iſt es nicht ordentlich ſinnreich, liebe Fides, daß unſer unſchätzbares Glück in eine ſo theure Zeit fällt? Aber beruhigen Sie ſich, beſte Mutter! Vor den Thoren hält eine außerordentliche Zufuhr, die vielleicht heut noch oder doch morgen zu Markt kömmt. Machen Sie ſich um uns keine Sorge: Liebende entbehren nichts leichter als die Küche.

Inzwiſchen hatte das Getümmel auf den Straßen nicht nachgelaſſen, und man erblickte vor einzelnen Häu⸗ ſern Volkshaufen, die unter Schimpfen und Toben ein⸗ gebrochen waren, Thür' und Fenſter zerſchlugen, alles Geräth auf die Straßen warfen, und es theils zertrüm⸗ merten, theils verſchleppten.

Es iſt entſetzlich! rief Franz Karl mit Unwillen. Schon auf meinem Ritt durch die Stadt, auf meinem Gang von Hauſe hierher, habe ich dieſe Pöbelhaufen bemerkt, die ſich gegen die Beſtimmung der Capitulation