Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
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Herzen eingenommen, daß ſie in ihrer Befangenheit eines ſo auffälligen Getümmels, wie es eben auf den nächſten Gaſſen vorging, gar nicht achteten. So kam es, daß Fides bei geſpannter Erwartung doch überraſcht werden konnte, als nach leiſem Anklopfen die Thüre aufging, und Franz Karl eintrat.

Fides ſprang auf und flog ihm mit dem Ausrufe ſeines Namens entgegen; doch wie er ſie zu empfangen ſeine Arme breitete, ergriff ſie verſtummend ſeine Hand, ſah ihn lächelnd an, und führte ihn nach dem Lehnſtuhl, in welchem die Mutter aufgeſtanden war.

Nehmen Eure Gnaden Platz! ſagte Frau Hildegard unter verlegenen Knixen, und der Baron, indem er einen Stuhl ergriff, und ſtehen blieb, erwiderte gegen Fides, die ſich wieder auf ihr Schemelchen niedergelaſſen hatte: Aber, Fides! bin ich dir denn ſo fremd geworden?

Sie lächelte erröthend und verneinend zu ihm auf.

Dann zeigſt du dich wenigſtens anders, als in deinen Briefen, fuhr er fort. Wie lieb und herrlich haſt du mir geſchrieben! Und wie ſehnte ich mich da nach der Schreiberin, nach der Hand, die ſolches geſchrieben, nach dem Munde, der es ausſprechen würde! Ich werde wieder fortgehen müſſen, weithin, meine Fides, damit du mir wieder ſchreibeſt!

Ach nine n Franz Karl! rief ſie, ſprang auf, und umfaßte mit aller Zärtlichkeit, ihn feſtzuhalten, den Ge⸗ liebten!

Bei jedem Kuß, den Beide unter wechſelnden Verſi⸗ cherungen tauſchten, zupfte Frau Hildegard verſtohlen und immer ſtärker ihre Tochter am Kleide. Ja, ſiehſt du,