343 ihm nun wie ein zweideutiges Schlagwort der Zeit auf das Volk vererbt erſchien.
Jener hagere, lange Bürger hatte ſich indeß angele gentlich durch das Gedränge gearbeitet, machte, ſo viel er Raum dazu fand, ſeinen Scharrfuß, und rief mit lächer⸗ licher Feierlichkeit:
Sie erſcheinen uns, gnädiger Herr Baron, wie der Morgenſtern vor Sonnenaufgang. So gehen Sie der Ankunft unſeres geliebten Landesvaters, als deſſen Ab⸗ geordneter, voraus. O verkündigen Sie uns: Wann werden die Strahlen Sr. kurfürſtlichen Gnaden gleich der Frühlingsſonne nach hartem Winter, unſer armes Mainz beglücken?
Wer ſeid Ihr, guter Mann? fragte der Baron lä⸗ chelnd und ausweichend.
Ich bin der honeste penſionirte Rector Meiſenzal, an der Realſchule, unterthänig aufzuwarten! war die Antwort. Und die ſchöne Nachbarin, die neben Euch ſtand?
Jungfer Fides Lennig, mein holdſeliges Nachbarskind, hat ſchnell nach Hauſe gemußt. Sie hatte ſich mir an⸗ geſchloſſen, um einen Augenblick vors Thor zu blicken, ſintemal wir wiſſen, daß unſere theuern Emigrirten und Exportirten draußen harren und hoffen. Alſo Seine kurfürſtlichen Gnaden— wenn ich fragen darf?
Bringt ihm ein Lebehoch! antwortete Franz Karl kurz, und ſuchte durch das Gedränge zu kommen.
Habt ihr's gehört, ihr Nachbarn und Freunde? rief der Rector. Ein getreues Lebehoch unſerm Kurfürſten Erthal! Hoch!
Alles fiel jubelnd ein, während die Trommeln eines


