Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
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Aehnliche Scenen wiederholten ſich, als zwiſchen den

Gliedern des nächſten Bataillons, das vorüberzog, mehrere

bekannte Clubiſten erblickt wurden. Unglücklicherweiſe ſchützten auch die Soldaten jene Flüchtlinge nicht, wie die frühern gethan, ſondern ließen es mit Lachen geſchehen, daß man ſie packte und fortſchleppte. Bei Mehreren fand man Klumpen goldener Borden und zuſammengeſchlagener Silberverzierungen, worin man Kirchengut erkannte, deſſen ſich dieſe Männer, vielleicht zur Beſtreitung ihres Fort⸗ kommens, bemächtigt haben mochten. Es läßt ſich den⸗ ken, wie ſehr dadurch die Wuth des Volkes geſteigert wurde, und doppelt gerechtfertigt erſchien.

Dieſe Auftritte erſchütterten den Baron, und eine kurze Unterhaltung mit Frau Böhmer empörte ihn vollends. Sie erſchien nämlich durch Goethe's Artigkeit ſehr bald getröſtet, dankte dem jungen Freunde mit ſchalkhaftem Lächeln, daß er ſie nun doch endlich einmal, wenn auch nur eine kleine Strecke, begleitet hätte, und erzählte, daß ihr Phantaſt ſich nicht habe von den alten Scharteken und ſchweinsledernen Autoren aus den Kloſterbibliotheken trennen können; ſonſt ſie den erſten Tag gewiß glücklich entkommen wären. Offenbar hatte ſie ihren Mann endlich ſitzen laſſen, was Franz Karl aus Verſchämtheit für das leichtfertige Weib ſelbſt nicht ausdrücklich fragen mochte.

Im Innerſten verletzt und betrübt ritt der Baron, ſobald die Chauſſee wieder frei war, der Stadt zu, und kam auch unbehindert bis an den Schlagbaum des äußer⸗ ſten Thors. Dieſer war geſchloſſen, und viele Menſchen, Männer und Frauen, die des Einzugs von Freunden und Nachbarn warteten, oder der Zufuhr von Lebensmitteln